Jeantex BIKE Transalp 2008 – Epilog

– Bilder sind jetzt hochgeladen, schaut mal in die Etappen rein. Alle Bilder bei der nächsten Party ;-)

Großer Dank gebührt unseren beiden Mädels Manuela und Monika, die uns geradezu aufopferungsvoll unterstützt haben und die sehr viel Stress während der gesamten Tour hatten. Ohne die beiden wäre es für uns Fahrer nochmal deutlich anstrengender geworden. Danke!

Außerdem bedanken wir uns für die vielen Grüße und Glückwünsche, die wir seit der Zieleinfahrt erhalten haben, auch dass ist eine schöne Belohnung. Die am häufigsten gestellte Frage: War es hart?

Natürlich war es das, es ist immerhin eines der härtesten Etappenrennen der Welt. Es war allerdings noch härter, als wir es erahnt haben. Mal abgesehen von Fieber, Durchfall, Hüftschmerzen: Das 4000 hm an einem Tag kein Zuckerschlecken werden, wenn man am Vortag schon 122 km und 3400 hm gefahren ist, war zwar zu erwarten. Aber damit, das Uli Stanciu dazu noch langsame und technisch schwere Abfahrten einbaut, hatten wir nicht gerechnet. In der Summe waren die Abfahrten schwieriger und mit insgesamt mehr Tragepassagen als bei unserem Trainings-AX letztes Jahr, als wir dieTour Nr. 5 aus Ulis Buch gefahren sind. Trotz viel Asphalt also ein richtiges Mountainbike-Rennen, gut so!

– unsere Kalorienverbräuche lagen zwischen 4000 und 6000 kcal pro Etappe

– mein Durchschnittspuls startete vergleichsweise niedrig und ging immer weiter runter, bei Dirk war es ähnlich:

 Etappe E1 E2 E3 E4 E5 E6 E7 E8
Durch.-Puls 158 156 151 149 141 142 143 144

Die finale Ergebnisliste:

Hier, für euch zum Nachfahren, der KML-Track: 

Source: MTBS-Archiv

Etappe 8 – Jeantex BIKE Transalp 2008

It ain’t over, till it’s over

Zum letzten Mal müde in den Startblock rollen, ein letztes Mal „Highway to Hell“ und los geht’s. Nach einem kleineren Hügel steht der letzte, 900hm hohe Anstieg an. Und der hat es in sich: grober Schotteruntergrund und fiese Rampen mit bis zu 23% Steigung. Nach gut zwei Stunden nicht enden wollender Kurbelei sind wir endlich auf 1745m Höhe angekommen und fahren ein paar Kilometer auf der Hochebene vom Passo San Giovanni, mit wunderbarem Blick nach rechts auf die Alpen. Vor uns schimmert schon in weiter Ferne unser heutiges Etappenziel: der Gardasee.

Wir haben sie, wir haben sie, wir ...

Dann geht es in die Abfahrt:

Uli Stanciu hatte im Briefing gestern Abend schon von einem „sehr technischen und ausgesetzten Trail gesprochen, der nur für wenige fahrbar sein wird“. Wer Stanciu und seine Formulierungen kennt, weiß spätestens hier, dass der Trail eigentlich unfahrbar ist. „Halt ein typischer Gardaseetrail“

Alle, die hier runter schieben müssen, hatte er gebeten, Platz zu machen, für die, die fahren können. In der Praxis hat das aber nicht funktioniert, da viele doch nicht ihren Platz verlieren wollten, man oft auch einfach nicht vom Weg runter konnte oder das runter-schieben selbst schon sehr schwierig war, dabei sind schon viele ausgerutscht. Also Minitool raus, Sattel runter (das einzige mal auf der gesamten Transalp) und runter. Ich konnte so ca. 20 % fahren, bei freier Strecke wären vielleicht 60-70 % möglich gewesen. Effektiv haben wir also knapp 800 hm die Räder runter getragen, nervig.

In Ranzo dann die erste Verpflegungsstation. Ich habe das Rad vor der Zeitmessschleife abgelegt und schonmal die Flaschen aufgefüllt und zurück zum Rad. Als Dirk kam, haben wir im fliegenden Wechsel die Flasche getauscht und sind direkt weitergefahren. Es folgt eine weitere steile Abfahrt über Betonpsiten, die teilweise mit feinem Schotter bedeckt sind, sehr rutschig. Hier hat es ein paar heftige Stürze gegeben.

Unten in Sarche angekommen, startet ein Rennen im Rennen. Das Magura Raceteam setzt sich vor uns und macht richtig Tempo. In aberwitzigem Tempo stochen die beiden über die Strecke des Gardasee-Marathons, die teilweise noch sehr ruppige Abschnitte enthält. Leider wird Dirk von einem Hardtailfahrer aufgehalten und verliert den Anschluss an die Gruppe. Später geht es weiter über einen Radweg, teilweise im Zick-Zack durch die Obstplantagen. Ein weiteres Team klemmt sich hinter das Magurateam und versucht mitzuarbeiten, was aber kaum gelingt. Wir laufen auf einige Teams auf, die versuchen, im Windschatten mitzukommen. Alle müssen abreißen lassen, die Magura-Jungs knallen wir von Sinnen über die Radwege und Straßen. Mein Puls erreicht zum ersten Mal seit vielen Tagen wieder über 170 Schläge. 6 km vor dem Ziele nehme ich noch ein Gel, ich schaffe es so gerade, überhaupt im Windschatten zu bleiben.

Zum Glück hat Dirk auch eine Supergruppe erwischt, die ihn durch den Gegenwind nach Riva zieht, so kommt er kurz nach mir im Zielbereich an und wir können gemeinsam über die Ziellinie rollen. Geschafft! Jetzt erstmal ein Weizen…

Irgendwie hatten wir gedacht, alle Unbill hätten wir überstanden. Leider wurde die große Abschlussparty am Strand von Riva kurz vor der Verleihung der Finisher-Trikots jäh durch ein heftiges Gewitter beendet. Direkt neben uns schlugen die Blitze ein, Sound und Licht waren weg und wir wurden nochmal richtig nass. Nachdem wir in einem Restaurant 2 Stunden vergeblich auf ein Taxi mit Radtransportmöglichkeit gewartet hatten, machen Manu und ich uns mitten in der Nacht in strömendem Regen auf zu unserem Womo, was 7 km von Riva entfernt auf einem Campingplatz steht. Monika und Dirk fahren mit dem Taxi, das sie ihre Räder schon nachmittags zum Womo gebracht hatten. Völlig durchnässt kommen wir um 0 Uhr am Womo an. Jetzt nur noch ins Bett und endlich ausschlafen.

Ein paar Zahlen:

–          Dirk und ich haben aus eigener Verpflegung ca. 60 Gels, 40 Riegel und 700 gr. Energiepulver verbraucht

–          Pannen: bis auf einen Kettenklemmer hatten wir keine einzige Panne. Es lebe der Racing Ralph! Den hatten wir beide vorne und hinten drauf (08er Modell).

–          Scott hat 800 (Scott-)Räder gewartet

–          Cube pro Tag 45 (Cube-)Räder in Schuss gebracht, 3 Rahmensets umgebaut, 75 Reifen und 30 Satz Bremsbeläge getauscht

–          Shimano montierte 200 Bremsbeläge, 80 Ketten und 130 Meter Schaltseil

–          Maxxis versorgte das Feld mit 230 Schläuchen und 110 Reifen

–          Magura hat 350 Bremsen geprüft und repariert (und Dirks Gabel gewartet)

–          Fox, Rocky Mountain und Specialized haben auch einiges geschraubt

–          wir erreichen in unserer Altersklasse den 160. Platz von 271 (über 300 waren gestartet) und den 251. Platz gesamt (von 550)

Am hinteren Bildrand stehen keine Zuschauer, das ist Startblock D  Abschlussparty, die letzte Wetterprüfung

Source: MTBS-Archiv

Etappe 7 – Jeantex BIKE Transalp 2008

Attacke auf der Straße

Am Tag der vorletzten Etappe stehen 74km und ca. 3000hm auf dem Programm. Also immerhin 1000hm und 25km weniger als gestern.

Gleich zu Beginn ist, nach einem kleinen „Schnapperl“ (so nennt Uli Stanciu einen kleinen Hügel), ein Anstieg von 1400hm zu bewältigen, anfangs auf Teer, dann auf Schotter. Hier ist es schwierig, den richtigen Rhythmus zu finden, denn das Feld ist sehr eng und der Weg schlecht, so dass man immer wieder gezwungen ist, Tempo und Linie zu verändern. Marcus ist wieder etwas besser drauf und wir beschließen, dass er ca. 3km vor dem Gipfel sein schnelleres Tempo weiterfährt, damit er in der folgenden Abfahrt einen kleinen Vorsprung hat. Beim Alleinfahren gelingt es mir besser, meinen Rhythmus zu finden, was sich dann in den nächsten Anstiegen bemerkbar macht, denn es gelingt mir immer besser, am Berg Tempo zu machen. Auch heute sind die Abfahrten wieder blockig und nicht zur Entspannung geeignet.

Zu großer Form laufen wir allerdings vor allem auf der Straße auf, denn auf einem ca. 5 bis 6 km langen Straßenanstieg gelingt es uns nicht nur unsere Verfolger abzuschütteln, sondern auch mehrere andere Gruppen zu überholen. Ebenso gewinnen wir fast alle Duelle bei Straßenabfahrten, so dass wir uns fragen, ob wir nicht lieber auf’s Rennrad umsteigen sollten …

Auch den letzten, ca. 600hm (auf 10km) großen Anstieg, gespickt mit fiesen Rampen, meistern wir recht gut und können noch einige Plätze gutmachen.

Ergebnis für heute: Platz 150 bei den Herren (11 Plätze besser als gestern), in der Gesamtwertung bleibt alles gleich.

Für morgen kündigt uns Uli heftige, steile, verblockte Trails an, „damit bei der Transalp alle Mountainbiker, auch die aus den Alpen, auf ihre Rechnung kommen.“ Na dann, warten wir’s ab …

Das schlimmste ist geschafft  Schnell trotz gammeliger Räder - die Ruprecht Buaba

Source: MTBS-Archiv

Etappe 6 – Jeantex BIKE Transalp 2008

Königsetappe II – No Remorse

Diesmal wieder ganz kurz – wir müssen ins Bett. Die beiden
langen Etappen lassen kaum Zeit zum Erholen, Duschen, Essen, Räder startklar
machen, nochmal Essen und wieder in die Koje.

Die Teile sind müde

Knapp 4000 hm standen heute an. Wir sind bei Traumwetter
gestartet und es war warm! Die ganze Etappe konnten wir ohne Jacke und ohne
Armlinge fahren. Das gemeine heute waren eigentlich nicht die vielen Höhenmeter
bergauf, sondern die Tatsache, dass fast alle Abfahrten sehr technisch und
verblockt waren und wir so nur langsam vorwärts kamen.

Am zweiten Berg ist Dirk etwas eingebrochen, vermutlich hatte
er gestern zu wenig gegessen. So wird es heute der 161. Platz, den wir auch in
der Addition aller Etappen behalten. Gesamt sind wir 254. Alles in allem eine
schöne Etappe mit traumhafter Strecke und bestem Wetter. Unsere
Durchschnittspulse liegen übrigens bei nur noch 130-140.

Viele schöne Bilder gibt es, wenn wir am Gardasee sind.

Knapp 4000 hm, geht ja schnell  runter fahren geht ja auch zu schnell, danke Uli ;-)

Source: MTBS-Archiv

Nachtrag zur 4. Etappe

–         
Großes Erstaunen nach dem Blick auf die
Ergebnisliste am nächsten morgen: 141. Platz und eine weitere Verbesserung im
Klassement. Gefühlt haben wir uns viel langsamer.

–         
Zu den fehlerhaften Links: Lag an einem Fehler
in der Blog-Software. Da die Einträge im Titel alle gleich beginnen und wir
zwei an einem Tag geschrieben haben, hat das nicht ganz geklappt. An die
Experten von InterRed: Ist ein Bug im Speaking-URL-Modul. ;-)

Source: MTBS-Archiv

Etappe 5 – Jeantex BIKE Transalp 2008


Königsetappe I – Zwischen Himmel und Hölle

Heute geht es in der mit 122 km längsten Etappe von
Livigno nach Naturns. 2900 hm bergauf und 4230 hm bergab. Wir starten bei
strahlendem Sonnenschein, aber kühlen 14 Grad. Weniger Meter nach dem Start
können wir schon wieder absteigen, da es auf einem schmalen Teerweg steil
bergauf führt. Ein schönes Bild: So weit man schauen kann, durchtrainierte
Biker, die ihr Rad den Berg hochschieben. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch
nicht wussten: Es sollte generell der Tag des Schiebens werden.

Irgendwann erreichen wir den Passo d’Eira, ab hier führt ein
sehr schöner Singletrail am Berg entlang. Da wir noch relativ am Beginn des
Rennens sind, ist an freies Fahren nicht zu denken, trotzdem macht der Trail
Spaß. Dann geht es wieder steiler hoch, teils mit Schiebepassagen zum Passo
Trela, alles über Schotter und wieder runter über wunderschöne, geschwungene Traumtrails
bis zur ersten Verpflegung am Lago di Fraele. Wir sind wieder so hoch wie beim
Start, auf 1900 m. Es ist bitterkalt, die Helfer an der Verpflegung stehen hier
in Wintermänteln und Handschuhen, wir haben unsere Jacken angezogen.

Ihr habt doch sicher alle Herr der Ringe gesehen oder
gelesen?

Was jetzt kommt, erinnert mich irgendwie an Modor. Der
Aufstieg zum Dach der Tour, der Bocchetta di Forcola auf 2768 m Höhe ist
steinig, steil, gefährlich. Wechselweise schieben und fahren wir. In den
steilen Serpentinen rutscht ein Mädel aus und hat Glück, als sie mitsamt Bike
Kopfüber nur 2m im Schotter nach unten rutscht. Ein anderer Biker hält jemanden
fest, der droht abzustürzen und verliert dabei sein Rad, welches in eine tiefe
Felsspalte stürzt. Völlig fertig und unter Schock wird der Fahrer vom
Besenmotorrad nach unten gefahren. Apropo Motorräder: wir werden die ganze Tour
von Crossmotorrädern begleitet, entweder sind es Ärzte oder Medienleute mit
Kameras. Irgendein Verrückter versucht mit seiner Crossmaschine hier hoch zu
fahren und löst dabei Steinschlag aus. Nach Beschwerden der Biker schaltet er
seine Maschine aus und bleibt stehen. Was aus ihm geworden ist, konnten wir
nicht weiter verfolgen.

Am Gipfel haben wir insgesamt 40 km geschafft – in 4
Stunden! Wenn das so weiter geht, kommen wir erst im Dunkeln an. Hier oben ist
es sonnig und wir haben eine gigantische Aussicht, aber es weht ein eiskalter
Wind, wir haben ungefähr 4 Grad.

Als Belohnung folgt jetzt der schönste Singletrail, den ich
bisher in den Alpen gefahren bin. Viele km lang und fast alles fahrbar, ein
absoluter Traumtrail. Der Trail endet am Umbrailpass, hier ist es immer noch
eiskalt. Es folgt eine lange Abfahrt über Teer nach Santa Maria, wir vernichten
hier 1000 hm. Und endlich, endlich wird es weiter unten wärmer, eine absolute
Wohltat. Nach der zweiten Verpflegungsstation bei km 70 folgen noch ein paar
kleinere Anstiege auf den letzten 52 km. Im Ziel sind wir nach ca. 7h 30min,
total fertig und ausgelaugt. Heute haben wir 10 Plätze in unserer Altersklasse
verloren.

Positiv: Bisher kein Sturz, keine Panne und wir liegen
immer noch besser, als erwartet.

Die längste Etappe ist geschafft  Stanciu macht uns fertig

Source: MTBS-Archiv

Etappe 4 – Jeantex BIKE Transalp 2008

Der Mann mit dem Hammer kommt nochmal und hat größeres Werkzeug dabei…

Nach der Ankunft im wunderschönen und sonnigen Scuol gestern hatten wir uns auf besseres Wetter eingestellt und so langsam kam auch Urlaubsfeeling auf. Aber nix wars. Heute morgen um 7 Uhr rief nochmal Radio Siegen und machte ein aufgezeichnetes Interview für die Sendung ab 9 Uhr. Kurz danach hörte der Regen auf und so langsam kam die Sonne raus.

Dann das übliche Programm:

Frühstücken, Toilette, Räder-Setup, Umziehen, Klamotten und Nahrung für unterwegs einpacken, von den Mädels verabschieden und ab zum Start.

Im Ziel gab's erstmal warmen Kaffee

Beim Start ist mit 14 Grad und Sonne noch recht angenehm. Dann geht es direkt in moderater Steigung bergauf in das schöne Dorf S’Charl, in dem wir vor zwei Jahren bei unserer ersten Alpenüberquerung übernachtet hatten. Jetzt geht es zügig weiter hinauf durch ein wunderschönes, naturbelassenes Tal hinauf zum Pass da Costainas, teilweise über sehr technische Trails. Die Abfahrt beginnt ebenfalls sehr ausgesetzt und ist was für Fahrtechniker. Da mein Schwager Stephan vor zwei Jahren alles gefahren ist, wusste ich, dass es prinzipiell möglich ist und bin mit dem 29er überall runter gefahren.

Obwohl wir jetzt den Alpenhauptkamm überquert haben wird es immer kälter. In der Abfahrt ziehen wir unsere Windstopper-Jacken an und selbst unten im Ort Fuldera, wo die erste Verpflegungsstation wartet ist es recht kalt. Und wie es immer so ist, kommt es eben immer noch schlimmer und beim Aufstieg ins Val Mora, dass wir wegen der tollen Trails in bester Erinnerung haben, wird es immer kälter, dazu kommen dann noch Graupelschauer. Auf der Spitze am Döss Radond bläst ein eiskalter Wind und Graupel peitscht ins Gesicht. Leider können wir so die schönen Trails kaum genießen. Der technische Trail Richtung Lago di Fraele ist nur am Anfang frei, dann stehen wir ärgerlicherweise im Stau, da doch viele Biker Probleme mit den Trails haben.

Unterwegs trifft man Fahrer und Fahrerinnen aus der ganzen Welt. Die für uns gewohnten Kommandos beim Überholen etc. muss man auf englisch kennen, auch der Smalltalk unterwegs wird auf englisch geführt. Heute überholt mich ein Ami, der ebenfalls Probleme mit der Verdauung hatte. Nach einem kurzen Fachgespräch verabschiedet er sich mit den Worten "Everybody got’s the shit, man!" ;-)

Am Lago dann die zweite Verpflegung. Die Helfer stehen in dicken Winterjacken und Mützen eingehüllt und frieren trotzdem, es ist hier wie im tiefsten Winter. Übel. Ziemlich erschöpft schleppen wir uns den vermeindlich letzten Berg hoch. Dirks Hüfte schmerzt und mein Körper ist ausgelaugt, wir kommen nur noch sehr langsam vorwärts. In der letzten Abfahrt nach Livigno stehen Sicherheitsleute auf dem Trail, da es direkt links vom Trail ungefähr 100m senkrecht runter geht. Zum Glück ist der Weg breit, man sollte halt nur die Kurven nicht so schneiden. Nach einer weiteren ruppigen Abfahrt, die mir fast den Kopf vom Hals schüttelt kommen wir nach Livigno. Leider können wir nicht über die Hauptstraße in den Ort und müssen nochmal 200 hm in die Berge und den Ort umkurven. Ganz, ganz fies: Auf dem Trail zum Ziel kommen nochmal einige kurze und sehr steile Anstiege die auch noch die allerletzten Reserven fordern. Total fertig rollen wir runter ins Ziel und holen uns erstmal einen heißen Kaffee. Dabei waren es heute nur 77 km und 2600 hm. Morgen stehen 122 km und 2900 hm auf dem Plan. Mal schauen, wie das so klappt.

Source: MTBS-Archiv

Etappe 3 – Jeantex BIKE Transalp 2008

Bericht von Dirk:

Der Mann mit dem Hammer kommt.

Die heutige Etappe ist auf dem Papier leichter im Vergleich zur gestrigen. Zwei Kilometer kürzer und satte 600hm weniger. Hört sich nach einem Klacks an! Leider wird erst bei genauerem Blick deutlich: Ein fieser Berg mit dem schönen Namen "Idjoch" steht zwischen uns und dem Ziel und will überwunden werden. Das bedeutet: Direkt nach dem Start 1400 Meter in die Höhe steigen und den 2737 Meter hohen Gipfel bezwingen. Auch das wäre ja an sich noch relativ gut machbar, wären da nicht folgende äußere Bedingungen: Am Start Dauerregen, ca. 10 Grad. Dann ein Anstieg, der keine Zeit zum Verschnaufen lässt (1400hm auf 12km). Die Temperatur fällt mit jedem Höhenmeter, bis sie dann in 2700 Metern Höhe wenigstens das Erbarmen hat, nicht unter den Gefrierpunkt zu fallen. Bei 1,8 Grad bleibt das Quecksilber (wir haben natürlich was leichteres dabei) stehen. Hinzu gesellen sich leichter Schneefall und eisige Winde, so dass Marcus und ich sich kurz vor dem Gipfel, den wir übrigens auch nur schiebender Weise erreichen, doch dazu entschließen, unsere Windstopperjacken anzuziehen. Dies ist eine gute Entscheidung, denn bei der nun folgenden, fast 10km langen Abfahrt ist es immer noch bitter kalt. Marcus rauscht ungefedert in die Tiefe und ließ dabei so manchen vollgefederten Biker hinter sich (Anwesende eingeschlossen).

Nach einigen kleineren Buckeln folgt dann der zweite Berg des Tages, mit allerdings nur läppischen 400hm Anstieg auf knapp 2000 Meter Höhe. Trotzdem ist es für mich eine Qual, den heute will mein Puls einfach nicht in die notwendigen Höhen kommen, die Beine sind schwer, und das Bike fühlt sich ungefähr 5kg schwerer an, so dass Marcus die Führungsarbeit am Berg übernehmen muss und mich sogar gelegentlich anschiebt. Auf der Abfahrt, die auch fast 10km lang ist und dabei ca. 1000hm vernichtet liefern wir uns schöne Duelle mit anderen Teams. Trotz der fehlenden Federung ist Marcus natürlich wieder überall der schnellste, wenngleich ich ein einmal kurz überholen konnte :-)

Der Rest der Etappe führt mit leichten Anstiegen nach Scoul in der Schweiz, und Marcus und ich können erstaunlicher Weise nochmal richtig Gas geben und einige Platzierungen gut machen. Lohn der Qual: Platz 161 in unserer Altersklasse, im Gesamtklassement ist alles gleich geblieben: Wir stehen weiterhin auf Platz 260 gesamt und 157 in der AK "Men".

Wieso nehmen wir nicht häufiger die Gondel?  Die anderen essen auch so viel...

Source: MTBS-Archiv

Etappe 2 – Jeantex BIKE Transalp 2008

Hart macht schnell

Satte 3171 hm stehen heute auf dem Programm. Da wir heute einen sehr hohen Anteil auf Teer haben, entschließe ich mich, mit dem komplett ungefederten Mamasita zu starten. Mein Fieber ist weg und der Magen akzeptiert schon wieder kleine Mengen Nahrung. Kurz nach dem Start geht es 1200 hm am Stück steil bergauf. Ohne eine einzige Flachpassage. Heute harmonieren Dirk und ich sehr gut, da ich auch die Abfahrten mit dem Starrbike deutlich langsamer fahren muss. Dirks Hüfte macht sich auch ganz gut, kleinere Probleme gibt es noch, aber es läuft eigentlich ziemlich gut.

Team Bike Corner Siegen

Richtig toll: Eine extrem ausgesetzte Abfahrt über nasse Steine und Wurzeln, einseitig mit Ski-Fangnetzen abgesichert, da es neben dem Trail direkt tief in eine Schlucht runtergeht. Mit dem 29er fast komplett fahrbar.

Im Ziel große Freude: Im Gesamtklassement haben wir uns um 70 Plätze verbessert und sind jetzt 260. Und Startblock C haben wir auch dicke sicher! So kann es weitergehen.

Wetter: Kurz nach unserer Zielankunft heute begann es zu schütten, hält bis jetzt an. Morgen wird die Strecke also auch wieder nass sein.

Bilder: Sobald wir wieder Strom haben

Live-Ticker und Ergebnisse gibt es übrigens hier:


www.bike-transalp.de

Grüße von Dirk und Marcus

Spannende Abendlektüre  Wo ist der Mechaniker?

Source: MTBS-Archiv

Etappe 1 – Jeantex BIKE Transalp 2008

Ein Schluck Wasser

Wir haben seit zwei Tagen keinen Strom mehr und der Laptop-Akku ist fast leer – deshalb nur ganz kurz:

Heute war ein Katastrophentag. Für die Biker und für die Frauen. Ich
habe mir mit einem nächtlichen Schluck Wasser aus dem Womo den Magen
verdorben und bin die erste Etappe mit Fieber und so gut wie ohne
Nahrungsaufnahme gefahren. Dirk hat sich als perfekter Teampartner
erwiesen und hat mich angeschoben, wo es ging und meine 2. Flasche
getragen. Den einen großen Berg der 1. Etappe musste ich zur Hälfte
hochschieben.

Trotzdem noch 337. Platz insgesamt, erstaunlich. Sascha und Andi von
Fat Tire Flyer kamen nur 2 Minuten hinter uns ins Ziel. Leider haben
wir den Startblock C um 3 Minuten verpasst, dass heißt einen halbe
Stunde früher aufstehen, um einen akzeptablen Startplatz zu bekommen.
Bilder und mehr Text, sobald wir wieder Strom haben.

4 Siegerländer am Start  Ruhe vor dem Sturm

Source: MTBS-Archiv