Rennbericht P-Weg Marathon 2006

Irgendwie war es schon komisch, dass ausgerechnet ein Marathon in Plettenberg so frühzeitig ausgebucht war. Bei anderen MTB-Rennen im Sauerland ist das Phänomen eigentlich unbekannt. Als kleine Zweierdelegation von Fat Burner Siegen fuhren also Georg und ich am Sonntag morgen nach Plettenberg, wir hatten uns die lange Version mit 2343 hm vorgenommen. Georg hatte gerade eine längere Erkältung hinter sich, bei mir war sie gerade im Anmarsch. Mal schauen, was so gehen sollte. Was uns in Plettenberg jedoch erwartete, war schlichtweg phänomenal.

P-Weg Ziel Marcus

Zitat von der Seite des Fotodienstes Sportograf.de:

Es war für alle Beteiligten ein Traumrennen: für Euch liebe Fahrer, für das Orga-Team, für die Plettenberger … Bereits nach wenigen Tagen war die 3. Edition des P-Weg MTB Marathons ausgebucht. Die anspruchsvolle technische Strecke sowie der bedingungslose Einsatz der Helfer verhalfen in so kurzer Zeit zu einem großen Bekanntheitsgrad unter den Bikern. Ein Journalist schrieb über das Rennen : "Eine Stadt in Flammen. Wir wissen nicht wie die das in Plettenberg machen??! Eine ganze Stadt dreht am Rad und organisiert bedingungslos den eindrucksvollsten Marathon nördlich des Gardasees."

P-Weg Zuschauer
P-Weg Zuschauer
P-Weg Zuschauer
P-Weg Zuschauer
P-Weg Zuschauer

Am beeindruckendsten war sicherlich die unglaubliche Menge an Zuschauern. Nicht nur wie üblich im Start/Ziel-Bereich, an der kompletten 88 km-Runde standen an fast jedem Berg, an jeder Kreuzung Zuschauer. Und die standen nicht nur rum, sondern feuerten pausenlos die Fahrer an. Das wirkt besser als jedes Gel. Zwischendurch dachte ich mir, das ist ja hier wie bei der Tour de France. Nur das die viel schneller an den Zuschauern vorbei fliegen. ;-)

250 Biker gingen um 9:00 Uhr auf die Langstrecke, 750 folgten eine Stunde später auf der 42 km Runde. Kurz nach dem Start ging es gleich einen ordentlichen Asphalt-Anstieg rauf zur großen lila Kuh. Auch hier Zuschauer rechts und links, die einen den Berg hoch trieben. Leider musste ich mitten am Berg kurz anhalten und mir Werkzeug leihen, eine neue Sattelklemme hat sich als Mist herausgestellt und mir war die Stütze nach unten gerutscht. Nach kurzer Reparatur ging es weiter. Georg war jetzt allerdings schon außer Sichtweite und das sollte sich auch bis zum Ziel nicht mehr ändern.

P-Weg Kuh

Nach der Kuh eine kurze Abfahrt, etwas Strecke, dann der Berg, den der nette, ortsansässige Werkzeugverleiher mit "gleich kommt eh ein sch*** Berg" angekündigt hat. Nüchtern ausgedrückt: 320 hm am Stück, teilweise so steil, dass einige schon abstiegen. Die Strecke hatte uns den Fehdehandschuh hingeschmissen. Der Kampf war eröffnet. (devil)

Kurz danach die erste Verpflegungsstation. Auch hier setzt Plettenberg Maßstäbe.

  1. Gab es so viele Verpflegungsstationen, dass ich irgendwann aufgehört habe zu zählen. Gefühlt mehr als 10. Den Marathon kann man theoretisch ohne Trinkflasche fahren.
  2. Jede Station so in die Länge gezogen und mit so vielen Helfern ausgestattet, dass man ohne Stop Getränke und Bananen aufnehmen konnte. Separate Sektionen für Wasser, Iso und Cola.
  3. An manchen Stationen hatten die Helfer gar Schilder mit dem Hinweis auf ihr Getränk umgehängt. Top!
  4. Klar gekennzeichnete Müllzonen nach den Stationen beruhigen das Gewissen der Fahrer und sind eine Erleichterungfür die Helfer.
  5. Alle Stationen günstig an ‚langsamen‘ Stellen gelegen.

Kleiner Nachteil: Bis auf eine Ausnahme (Danke nochmal für die Waffeln) gab es nur Bananen als feste Nahrung.

P-Weg
P-Weg Georg
P-Weg Georg
P-Weg Marcus
P-Weg Goerg Linde
P-Weg Georg Linde
Im linken Bild ist Georgs geheime Tuningmaßnahme zu sehen: LCTT (Loose Chain Tension Technology). Macht weniger Reibung, deswegen ist er so flott. :-D
Rechts: Den krieg‘ ich auch noch!

Zur Strecke: Grundsätzlich fahre ich nicht so gerne die lange Version, wenn es die Wiederholung einer kurzen Strecke ist, wie es bei den Sauerland-Marathons üblich ist. Rühmliche Ausnahme: Willingen – und P-Weg. In Plettenberg ist für alle Geschmäcker was dabei.

  • steile, lange Anstiege
  • schnelle Flachpassagen, ideal für’s Epic ;-)
  • Waldautobahnen
  • flache Singletrails, wie frisch aus The Roam kopiert (wo gibt es das sonst?)
  • einfache Abfahrten
  • Schiebepassagen
  • technische Abfahrten mit Spitzkehren, Absätzen

Ähnlich abwechslungsreiche Strecken bieten sonst nur noch Saalhausen und der Vulkanbike.

Ab ins Ziel, im Zick-Zack durch die Gatter auf die Flamme-Rouge, letzte Attacken abwehren und zur Belohnung darf jeder auf die Bühne. In einem kleinen Interview habe ich mich für die Strecke und die tolle Helferleistung bedankt. Hinter der Bühne gab es dann noch leckeren Kuchen und Getränke. Was will man mehr?

P-Weg Bühne
P-Weg Zieleinfahrt
P-Weg Marcus

Und auch bei der Ergebnisauswertung sind die P-Weg’ler vorne. Eine Datenbank-basierte Lösung mit einer komfortablen Suchmaske ist auch kein Standard.

Nochmal herzlichen Dank an Plettenberg!

Hier sind die Ergebnisse von Fat Burner Siegen:

Startnr. AK-Rang Gesamtrang Name Zeit Abstand
195 21 44 Georg 4:30:11 29:38.8
189 45 88 Marcus 4:54:31 38:45.3

Gesamt gewertet in AK Sen I: 106

Gesamt gewertet 88 km-Strecke: 244

Die originale Ergebnisdatenbank findet ihr hier.

Streckenprofil von Georg.

(Bericht geschrieben von Marcus)

P.S.: Sobald die Bilder von Sportograf da sind, werden die Bilder im Bericht ersetzt.

Source: MTBS-Archiv

Rennbericht Sauerland Marathon Grafschaft 2006

Also langsam reichts. Falls ich 2007 nochmal in Grafschaft starten sollte, nehme ich Big Bettys oder ähnliches. Bei vier Teilnahmen drei mal platt gefahren, wo gibt es denn sowas?! :-S

Grafschaft 2006 Start

Start in Grafschaft 2006. Dirk vorne rechts mit Startnummer 49.

Und dann auch noch schlauchlos, mit denen ich sonst das ganze Jahr keine Panne habe. Ausgerechnet auf den Grafschafter-Waldautobahnen! Irgendwas stimmt da nicht. Sonst war die 2006er Ausgabe in Grafschaft wie üblich sehr gut organisiert, die Strecke wie üblich fahrtechnisch anspruchslos, der Zieleinlauf vor der Halle ist einfach top, nur die Verpflegung war inhaltlich und standort-technisch schlechter als in den Vorjahren. Vernünftige Riegel gehören bei einem Rennen dieser Klasse einfach dazu. Dafür würde ich auch aufs T-Shirt verzichten. Fruchtschnitten sind fürs Rennen unbrauchbar, also muss man/frau eigene Riegel mitbringen.

Wetter war ideal, sonnig, 17 Grad, die Strecke weniger schlammig als nach den letzten Regentagen befürchtet. Einige Abschnitte, die vor einigen Jahren im Nassen noch ziemlich schlammig waren, sind mittlerweile geschottert und befestigt, so dass auch mit wenig profilierten Reifen problemlos gefahren werden konnte.

Grafschaft 2006

Marcus hinter Petra Karrasch. Da lief es noch ganz gut. ;-) Sie war übrigens die schnellste Hobbyfahrerin bei den Frauen.

Dirk und Georg sind trotz UST ohne Panne durchgekommen, haben sich gegenüber 2005 in den Zeiten verbessert (ich war 2005 Hausbau-bedingt nicht dabei) und sind in der Wertung trotzdem schlechter. Grund dafür waren die zahlreichen Promis und Lizenzfahrer, die 2006 mit am Start waren.

Grafschaft 2006

Dirk rauscht durch die Senke. Ein paar Minuten später fahre ich an gleicher Stelle platt.

Trotzdem konnte sich Dirk mit dem 10. Platz bei den Senioren I noch ein kleines Preisgeld sichern. Glückwunsch!

Ergebnisse von Fat Burner Siegen:

Startnr. Rang AK-Rang (Sen. I) Name Zeit Abstand Sieger-AK
49 29 10 Dirk 2:39:03.0 14:14.0
123 81 33 Georg 2:57:17.6 32:28.6
439 137 57 Marcus 3:15:54.0 51:05.0

Gesamt gewertet: 308

Gesamt gewertet in AK Sen I: 113

Fazit: Grafschaft ist und bleibt ein schön organisierter Marathon mit einfacher und schneller Strecke. Und er wird immer beliebter.

Die originale Ergebnisliste der Gesamtwertung findet ihr hier, die Wertung nach Klassen hier.

Das Rennen war die dritte Wertung für die NRW-Marathon-Trophy.

Einen Bericht von Andreas Stracke von mtb-sauerland findet ihr hier.

(Bericht geschrieben von Marcus)
Source: MTBS-Archiv

Alpencross 2006

Jahre sprachen wir darüber, immer wieder wurde der Plan aus verschiedenen Gründen verworfen, jetzt hat es endlich geklappt: Unsere erste Alpenüberquerung ist Geschichte.

The Roadcrew
Am späten Vormittag des ersten Tages ;-)

Bei den vielen äußerst euphorischen Erfahrungsberichten, die wir in der Vorbereitungsphase zu diesem Thema gelesen haben, waren unsere Erwartungen natürlich schon entsprechend hoch angesetzt. Und sie wurden tatsächlich nochmal deutlich übertroffen. Ob es an dem durchweg genialen Wetter lag oder an der gewählten Strecke, who know's, jedenfalls schildern wir im folgenden die einzelnen Etappen, damit vielleicht auch andere davon profitieren können.

1. Tag, Donnerstag, 22.7. – St. Anton -> Heidelberger Hütte

Höhenprofil nach Strecke

Höhenprofil nach Zeit

Zeiten

Text von Holger:

Die Alpenüberquerung empfand ich wie ein Kinofilm, bei dem mir schon die Geschichte vorher erzählt wurde. Es fehlte die Dramatikund die Überraschungsmomente. So vergingen die Tage…
Morgens frühstücken, dann ein paar Stündchen radeln und schon nachmittags erholt am Ziel ankommen um dann schon wieder zu essen und sogar fernzusehen statt auf dem Balkon zu sitzen und die schöne Aussicht zu genießen. So nahm ich während der Alpenüberquerung ganz leicht 3kg zu. Da sind die Touren hier im Sauerland anstrengender.

2. Tag, Freitag, 21.7. – Heidelberger Hütte -> S'Charl

Höhenprofil nach Strecke

Höhenprofil nach Zeit

Zeiten

Text von Stephan:

Bevor ich mit dem Erlebnisbericht vom zweiten Tag unserer großartigen Tour anfange, muß ich noch ein paar Dinge vorwegschicken:

2003, 2004 und 2005 bin ich insgesamt ca. 80 km Fahrrad gefahren, da ich nach 75 Std. Arbeit in der Woche einfach zu müde war und auch keine Lust mehr hatte zu biken. Im Mai 2006 habe ich dann mein Mountainbike endlich wieder aus der Garage geholt und bis zu unserem Start in St. Anton ganze 500 km abgespult.

Das war dann auch sicher mit ein Grund, warum ich schon nach dem ersten Tag (58 km und ca. 2.000 Hm) ziemlich erschöpft war. Nach der

Übernachtung auf der Heidelberger Hütte in 2.264 m Höhe haben wir erst mal schön in Ruhe gefrühstückt (es gab 5 versch. Sorten Brot: 1. Graubrot, 2. Graubrot, 3. Graubrot u.s.w.), ist eben eine Hütte und kein Hotel. Als Dirk fertig ist, greift er noch zur Gitarre die in der Stube hängt und "klimpert" ein wenig darauf. Marcus verschwindet mit den Worten: "Ich gehe lieber, nachher blute ich noch aus den Ohren." Das war ein eindeutiger Appell bezüglich des Vorabends in unserem 4-Bett-Zimmer. (Holger wird davon berichtet haben).

Kurz nachdem fast alle Gäste die Heidelberger Hütte verlassen haben, setzen auch wir uns in Bewegung. Die Sonne lacht uns an, und nach 200 m müssen wir auch schon von unseren Bikes. Eine Schiebepassage mit nur kurzen Gelegenheiten in die Pedale zu treten liegt vor uns, der Fimber Pass. Ehrlich gesagt bin ich ganz froh ein paar Schritte zu gehen, erstens wird eine andere Muskulatur beansprucht und zweitens dankt es mir mein untrainierter Hintern. Zwischendurch schrauben wir noch ein wenig an meinem Schaltwerk herum, weil dieses Geräusche macht, aber trotzdem holen wir, wie auf der ganzen Tour, die vor uns gestarteten Biker bis zum Pass wieder ein. Oben angekommen genießen wir einen traumhaft schönen Ausblick in alle Himmelsrichtungen, für den es sich geloht hat, da hoch zu "krackseln". Nach einer kurzen Pause zum Umziehen, Pinkeln (Dirk kennt da gar keine Scham u. pinkelt 2 Meter neben einer Bikerin), Fotos, Sattel runter machen,….. bietet sich uns ein Weg ins Tal, der recht hohe Ansprüche an Mann/Frau und Maschine stellt. Der Adrenalinspiegel und der Reiz diesen Singel Trail ohne abzusteigen und möglichst in zügigem Tempo zu fahren steigt. Dies erfordert pure Konzentration. In Bruchteilen von Sekunden muß man über seine Linie, den Einsatz der Bremsen u. die Gewichtsverlagerung entscheiden.

Wir fahren wieder einmal an den kurz vor uns gestarteten u. meistens schiebenden Mountainbikern vorbei und halten alle paar hundert Meter ein, weil die Unterarmmuskulatur für diese Extrembelastung nicht vorbereitet ist. Außerdem genießen wir bei schönstem Wetter die wunderschöne Alpenregion. Untem im Tal wird der Weg durch und neben dem Flußbett dann wirklich teileise unfahrbar, was aber nicht heißt, dass wir es nicht probieren. Dabei wirft sich Holger mal kurz ab, der mit den Worten, "hat keiner gesehen" genauso schnell wieder im Sattel sitzt. Als sein Hintermann bestätige ich ihm, dass es keiner gesehen hat, und ich es auch keinem sagen würde. Allerdings fragt Marcus beim nächsten Stopp: "Holger, was war denn das eben? Hast Du Dich abgelegt? Holger erwiedert: "Ne, ne, ich nicht. Das war bestimmt ein anderer."

Es folgt eine rasante leicht abschüssige Fahrt auf sehr groben Steinen, wo Dirk seine gelbe Post-Trinkflasche bei verliert. Zeitweise überlege ich ob das überhaupt ein Weg ist, oder vielleicht eher ein Flußbett.

Wir kommen an eine kleine Hütte, an der wir die Wirtin sowie die gerade verweilenden Wanderer nach dem Weg fragen, weil das GPS mit unserem derzeitigen Standpunkt nicht 100%ig überein stimmt. Eben noch die Trinkflaschen an einer Quelle aufgetankt und noch was gegessen, da geht es auch schon weiter. Erst eine Wiese runter über Steine, Wurzeln etwas Sumpf an einem Bach vorbei bis an eine Holzbrücke, die wir überqueren müssen. Die Steine in der Wiese sorgen übrigens dafür, dass Holger ab diesem Zeitunkt kein Foto mehr machen kann, da er sich so hinlegt, dass die Digitalkamera dran glauben muß.

Nach ein paar km biegen wir von einer "Waldautobahn" rechts ab auf einen Singletrail, der nur sehr schwer mit Worten zu beschreiben ist. Man muß es einfach selbst erleben. Es ist noch viel schöner als ich es mir vor der Fahrt in Gedanken ausgemalt habe. Als wenn der Pfad, der auch noch mehrere km lang ist, extra für Mountainbiker angelegt worden wäre. Er schlängelt sich einen bewaldeten Berg hinunter mit teilweise extrem engen sowie schmalen Kehren u. erfordert einen sicheren Umgang mit dem Bike. Danach folgt wieder eine schmale Straße und nach einigen Kilometern legen wir noch mal eine ausgedehnte Pause im Schatten eines Baumes ein, weil Marcus dort angehalten hat um auf uns zu warten. Wieder genießen wir die schöne Aussicht ins Tal, als plötzlich 2 Mountainbiker, die wir in den letzten 2 Tagen schon öfters überholt haben, anhalten und fragen ob einer von uns bei der Post arbeitet. Gemeint war Dirk wegen seiner verlorenen "Post-Trinkflasche".

Nach dem obligatorischen Drängeln von Marcus: "Los, wir müssen weiter!", geht es weiter bergab bis nach Scuol. Im Ort treffen wir eine Gruppe Mountainbikerinnen, die die gleiche Richtung wie wir einschlagen. Zeitgleich fahren wir los, den Pass Richtung S'Charl hinauf (Asphalt), der nicht spektakulär, jedoch stetig mit ungefähr 10% Steigung hoch geht. Weil die Sonne vom Himmel brennt (36°C) versuchen wir möglichst viel im Schatten zu fahren, und dazu wechseln wir mehrmals die Fahrbahnseite. Marcus, Dirk u. Holger fahren vorweg und ich hetze wie immer hinterher, kann mich aber sogar von Anfang an von den Mädels absetzen. Nach einiger Zeit sehe ich Dirk, Holger u. Marcus in einer Kehre wieder, die auf mich gewartet haben. Ein kleines Stück fahren wir gemeinsam, dann entschließe ich mich nicht den Fehler des Vortages zu wiederholen und zu spät zu essen. Wir (bis auf Marcus) halten an, ich hole was zu Essen aus meinem Rucksack, fülle meine Fahrradtrinkflasche auf und plötzlich sehen wir die erste Mountainbikerin nahen. Als die Nächsten folgen sagen Dirk u. Holger zu mir: "Tut uns leid Stephan, das ist jetzt ein Notfall, wir müssen weiter fahren." Nachdem bestimmt das 5. Mädel an mir vorbeigefahren ist, packe ich schnell zusammen und mache mich auf Verfolgungsjagd.

Den Rest vom Brot esse ich während der Fahrt. Tatsächlich sollte ich es schaffen noch alle Frauen zu überholen. Unter den Autos die uns den Pass rauf überholen ist auch ein Linienbus, an dem hinten 2 Mountainbikes hängen. Diese Räder entlarft Marcus als die von den 2 Spezialisten, die wir das letzte Mal am Brunnen in Scuol überholt haben.

In der Zwischenzeit hat sich Marcus zurückfallen lassen. Er unterhält sich mit den beiden "Führenden" der Bikerinnen. Eine Weile fahre ich neben den Dreien her, ehe wir nach rechts ab auf eine breite Schotterstraße biegen. Anfangs geht es ein Stück bergab und danach durch ein relativ schmales Tal leicht ansteigend bis nach S'Charl in das super Bike-Hotel Crusch Alba. Bei km 33 bekomme ich einen mittleren Leistungseinbruch und im linken Knie fängt es ein bißchen an zu zwicken. Es sollte aber mit ges. 38 km und 1.100 Hm die leichteste Etappe der Alpenüberquerung werden. Ungefähr einen Kilometer vor dem Hotel ist meine Motivation auf 0 gesunken. Körperlich und mental bin ich kurz vor dem Ende. Marcus fährt zur Zeit neben mir her und haut noch so richtig in die Kerbe rein, in dem er sagt: "Jetzt sind es nur noch ungefähr 600 hm." Er hat den Satz gerade ausgesprochen, da ziehe ich beide Bremsen, veringere mein Tempo innerhalb einer Sekunde von 7 Km/h auf 0 Km/h und steige wie ein troziges Kind beim Sonntagsspaziergang vom Fahrrad. Marcus lacht und sagt, die Bremse hätte ich jetzt aber nicht betätigen müssen. Kurz danach sind wir am Ziel (selbstverständlich vor den anderen 5 Mountainbikern aus der Heidelberger Hütte). Dort werden erst die Fahrräder abgesprizt, dann die Zimmer (für jeden ein einzelnes!)bezogen. Anschließend setzen wir uns draußen neben das Hotel und füllen schon mal vorab unsere Mägen (ganz normale Spagettis mit Tomatensoße können so schön sein ;-) ). Unser Kleinster, der Holger, findet Gefallen an dem benachbarten Spielplatz, auch ich übe gern meinen Gleichgewichtssinn.

Mittlerweile sind unsere Frauen mit den Begleitfahrzeugen eingetroffen, sodass wir uns duschen u. trocken einkleiden können. Die veschwizten Trikots geben wir zum Waschen im Hotel ab, anschließend genießen wir so richtig die Freundlichkeit und Gastreundschaft der Schweizer. Beim 3-Gänge-Abendessen lassen wir es uns so richtig gut gehen.

Nach dem Essen wird geplant, was das Zeug hält. Wo fahren die Radler hin und wie weit und wo fahren die Begleitfahrzeuge her? Ich kann nicht sagen wieviel versch. Vorschläge kamen, aber es zog sich ziemlich lange. Wiederum völlig erschöpft jeden Muskel in den Beinen spürend lege ich mich ins Bett und überlege die halbe Nacht, ob es nicht sinnvoller ist am nächsten Tag zu pausieren und im Begleitfahrzeug mitzufahren, zumal die Entscheidung gefallen ist, an den Gardasee zu fahren, was eine Etappe von ca. 65 km und 1.500 Hm bedeutet. Auch werde ich in den nächsten Tagen vergeblich auf einen gemeinsamen Ruhetag warten, denn bei Holger, Dirk und Marcus scheinen keinerlei Ermüdungen aufzutauchen, schön wenn man vorher richtig trainiert hat!

3. Tag – S'Charl -> Bormio

Höhenprofil nach Strecke

Strecke nach Zeit

Zeiten

Text von Marcus:

Nach dem für Biker nahezu perfekten Aufenthalt im Crusch Alba – noch dazu im Einzelzimmer ;-) – starten wir gut gelaunt und bei wieder mal bestem Wetter unsere 3. Etappe. Weiter geht es durch das schöne Tal Richtung Pass da Costainas. Nach S'Charl wird es noch schöner und weitläufiger. Es geht hinauf bis zu einer Höhe von 2250 Meter. Es folgen sehr schöne, teils technische Abfahrten. Später kommt die erste längere Asphaltabfahrt, erster Test für die Bremsen. Wir fahren alle vier V-Brakes, es gibt eigentlich keine Probleme. Lediglich ein Schlauchreifenfahrer, der mutwillig einem Schlauchlosfahrer gefolgt ist, hat abends mit geschmolzenen Felgenbändern und schief stehendem Ventil zu kämpfen. ;-)

Auf der Abfahrt heißt es aufpassen, denn lange vor erreichen der Talsohle geht es rechts ab. Dank GPS müssen wir nur wenige Meter wieder zurück fahren. Es folgt ein langer, gemäßigter Anstieg durch traumhaft schöne lockere Laubbewaldung. Auf der kahlen Passhöhe (Pass dal Fuorn?) machen wir eine kurze Pause an einem stinkenden Kuhstall und erleben ein ungekanntes Naturschauspiel: Bei Sonnenschein fallen ganz wenige, dicke Tropfen vom Himmel. Aufgrund der guten Sicht kann man die Tropfen schon von weit oben auf einen zukommen sehen. Mund auf und etwas zielen – lecker! Die Flüssigkeitsaufnahme dauert uns aber dann doch zu lange und wir fahren weiter.

Und dann folgt die aus meiner Sicht schönste Passage der ganzen Tour: Die lange, schnelle und flache Abfahrt durch das Val Mora. Ein Flow-Traum vom Allerfeinsten. Und der perfekte Trail für ein Epic mit Brain-Fahrwerk. So kommt es, dass Dirk und ich an der Holzbrücke über den Fluss etwas auf Holger und Stephan warten müssen. Dirk wartet netterweise mit der Abfahrt von der Brücke über eine Hühnerleiter, bis Holger und Stephan angekommen sind, um sich anschließend dabei extrem merkwürdig abzulegen, eigentlich war das kaum möglich.

Ab hier folgt ein langer und teilweise technischer Singletrail am Hang des trockenen Flussbettes entlang. Teilweise links steil hoch, rechts steil runter, aber nie wirklich gefährlich. Aber immer traumhaft schön. Nach ein paar km Singletrail werden die Wege wieder breiter und wir gelangen zum Lac di Fraele, dessen untere Hälfte durch eine Staumauer trocken gelegt ist. Im Westen, wo wir den See zuerst erreichen, liegen ein paar begrünte Grillplätze, die allesamt von von munter kommunizierenden Italienern belegt sind. Ein paar Meter weiter folgt das im Roadbook als Einkehr eingetragene Refugio de Fraele. Da draußen die Sonne knallt und es keinen Schatten gibt, setzen wir uns rein. Hier begann der herbe Abstieg von schweizerischer Gastfreundschaft zu italienischem Pragmatismus mit Gewinnmaximierung, der seine Höhepunkte allerdings noch vor sich hatte. Dirk und Stephan essen Spaghetti, die sehr gut gewesen sein sollen. Holger und ich sparen uns diese für später auf, nicht ahnend wie schwierig es sein kann, in Italien Spaghetti zu bekommen.

Auf dem Parkplatz hinter der Staumauer treffen wir dann das Mädel und die beiden Typen vom Fimberpass wieder. Am Vortag sind die noch in den Regen gekommen, dabei ist das Mädel gestürzt und hat sich leicht verletzt. Was soll man(n) dazu sagen: aus Sicherheitsgründen den Fimberpass runter schieben, dadurch länger unterwegs und in ein Nachmittagsgewitter geraten und dann auf nassen Steinen doch stürzen. Tja, Darwin lauert an jeder Ecke. (devil) Die drei wollen über die Straße nach Bormio, auf uns wartet direkt vor unserer Nase der nächste Anstieg. Stephan überlegt, ob er mit den anderen über die Straße fährt, was natürlich _nur_ daran liegt, dass es so leichter geht. :-)

Er überlegt es sich dann doch anders und bleibt bei uns. Und es sollte sich lohnen, denn der unser Tag der 1000 Trails sollte auf dem Weg bis hinunter nach Bormio noch weitere Highlights bieten. Zwischendurch geht es ein Stück über die Straße, die zum Stilfser-Joch hoch führt. Scheint eine beliebte Motorrad-Heizer Strecke zu sein. Das macht ja auch Spaß, aber für Radler ist das eher nervig. Wir müssen bergab. Als mich eine Enduro überholt, gehe ich auf Verfolgungsjagd, also so geht's ja nicht. Vor lauter Jagdfieber verpasse ich den unscheinbaren Abzweig auf den nächsten Trail. Also wieder zurück, ein paar hundert Meter die Straße rauf und der nächste Trail wartet auf uns.

Irgendwann landen wir dann in der schönen Altstadt von Bormio und machen uns direkt auf den Weg zu den Mädels, die zwischzeitlich ein Hotel organisiert haben. Am Treffpunkt ist aber dann niemand zu sehen. Das Hotel war voll, wir haben ein anderes in der Stadt, mit einer großen unterirdischen Werkstatt. Diese nutzen wir alle für einen generellen Bike-Service, Holger zerstört bei dem Versuch, dass Ventil wieder gerade zu stellen, seinen Schlauch und flucht über Schwalbe und das geschmolzene Felgenband aus Kunststoff.

Das Hotel war groß, sauber und gut ausgestattet, Abendessen und Frühstück aber nichts für Biker. Pasta gabs nur auf Wunsch und nur als Kinderportion. Die typisch italienischen Pappweißbrötchen zum Frühstück und der nicht gerade günstige Preis. Direkt nach Crusch Alba jedenfalls ein herber Abstieg.

4. Tag Bormio -> Pass di Tonale

Höhenprofil nach Strecke

Strecke nach Zeit

Zeiten

Text von Dirk:

Lehrer, keine Zeit zum Schreiben.

5. Tag – Pass di Tonale -> Spiazzo

n.n.

6. Tag – Spiazzo -> Riva del Garda

n.n.

7. Tag – Abendrunde am Gardasee

n.n.

Source: MTBS-Archiv

ADFC-Tour nach Marburg

Same procedure as last year Miss Sophie? Same procedure as every year, James!

Seit Jahren nahezu unverändert im Programm und trotzdem immer wieder gut und spannend: Die ADFC-Tour nach Marburg von Thomas Dieterich.

Da es am Sonntag früh mit 10° und wolkenverhangenem Himmel eher nach Herbst- als nach Sommerwetter aussah, trafen sich dieses Jahr 'nur' 10 Biker um 7 Uhr bei Henner und Frieder. Dafür sind aber dieses Jahr alle Starter auch in Marburg angekommen und das zu einer recht frühen Zeit. Unplanmäßige Pausen gab es dank André und Georg, die eine kleine Extrarunde am Hünsteiner Aussichtsturm drehten und – ja, man sollte es kaum glauben – wir hatten eine Reifenpanne. Diesmal hat es Thomas erwischt, natürlich mit Schlauch unterwegs *ähem hüstel*. :-D

Ab km 50 ging es dann mit der Temperatur aufwärts und die Sonne lies sich ab und zu blicken. In Marburg haben wir dann bei 20° im traditionellen Lokal für Redordumsätze gesorgt. Zu meiner Beruhigung waren auch die meisten anderen zu diesem Zeitpunkt ziemlich ausgepowert, so dass wir beschlossen, die Rückfahrt ganz gemütlich anzugehen. Nur mit André und Georg wäre das aber trotzdem nix geworden. Dank Thomas und Sandro wuchs die Gruppe der Rückfahrer auf fünf an und es wurde bei bestem Wetter eine lockere und sehr schöne Rückfahrt. Ab der Haincher Höhe hatten André und Georg dann doch zu viel Hummeln im Hintern, legten einen Gang zu und setzten die Fahrt alleine fort. Trotz des gemütlichen Tempos sind alle Rückfahrer im hellen nach Hause gekommen, ich persönlich lag um 20:45 Uhr nach 178 km und netto 9h Fahrtzeit ziemlich fertig in der Wanne. %-)

Ich hoffe, die Zugfahrer sind diesmal ohne Bahnterror nach Hause gekommen.

Bis zur nächsten Tour,

Marcus

Tourdaten von Georg:

Höhenprofil

Google Earth Track

GPS Daten


Source: MTBS-Archiv

Rennbericht MTB-Marathon Nordenau

Ca. 360 km und fast 10.000 Höhenmeter …. nein, das sind nicht die Daten für den Marathon in Nordenau, sondern das, was wir während der Woche vor dem Rennen gefahren waren: Von St. Anton bis zum Gardasee. Zwei Tage vor dem Rennen sind wir wieder nach Deutschland gekommen. Würden die Beine das mitmachen?

Der Start ... Marcus und Dirk vorne links, Georg - bescheiden wie immer - hat sich hinten aufgestellt

Waren wir natürlich gespannt, inwieweit sich eine solche Tour auf den Rennerfolg auswirken sollte. Der einzige, der sich zu Hause in aller Ruhe vorbereiten konnte war Georg. Gleichzeitig brannte er auch darauf, seine neuen Schlauchlosreifen (!) im Renneinsatz zu testen …

Mir frischem Schwung geht's auf die lange Runde ...

In Nordenau haben wir noch nie schlechtes Wetter erlebt. Und so sollte es auch dieses Jahr wieder schön sein: Nicht zu kalt und nicht zu heiß, gute Streckenverhältnisse.

Marcus und ich stellten und gleich beim Start frech in die 2. Reihe. In Nordenau gibt es allerdings keine Einführungsrunde, sondern es geht gleich mit einer kleinen Steigung richtig zur Sache. Mir gelang es trotzdem, Anschluss an die zweite Spritzengruppe zu halten (eine erste Gruppe junger Herren preschte gleich dermaßen los, dass da keine Chance war dranzubleiben). So konnte ich bis zur ersten Verpflegungsstation schön ein einer Guppe mitfahren. Allerdings war ich dann der einzige, der dort anhielt! Hätte ich gewusst, dass es dort nur Tee, Cola, Banannen und Apfel gab, hätte ich mir diesen Stop auch sparen können. Zum Glück hatte ich noch einige eigene Riegel dabei. In der auf die Station folgenden Steigung fand ich zunächst nicht richtig in meinen Tritt, so dass ich von einigen Fahrern überholt wurde. Nach einiger Zeit lief es aber wieder besser, so dass ich nach ca. 1:24 wieder im Start/Ziel-Bereich war und mich auf lange Strecke begeben konnte. Die war mir aus dem letzten Jahr noch hinlänglich bekannt, es kommen dort nämlich noch einige heftige Brocken (Skihang usw.)…

So langsam machte sich dann auch die vergangene Woche bemerkbar: Mir fehlte irgendwie der Saft in den Beinen. Vielleicht lag’s auch daran, dass ich nicht richtiges mehr zu Mittag gegessen hatte. Jedenfalls aß ich einen Riegel nach dem anderen und trank – aus der Not – nur noch Cola (Isozeugs gab’s ja leider nicht). So erreichte ich mit einem ziemlich ecklig-süßem und durstigem Gefühl im Mund nach 2:28:39 das Ziel: 6 Minuten schneller als letztes Jahr und Platz 6 in der Klasse Sen1! Georg war leider nicht so gut drauf und verlor ein paar Minuten. Marcus war letztes Jahr nicht dabei.

Hier sind die Ergebnisse von Fat Burner Siegen:

Startnr. AK-Rang   Name Zeit Abstand
3 6   Dirk 2:28:39.8 14:25.2
158 20   Georg 2:43:53.4 29:38.8
344 30   Marcus 2:52:59.9 38:45.3


Gesamt gewertet in AK Sen I: 55

Fazit: Die Strecke in Nordenau ist immer wieder eine Herausforderung. Auch diesmal schaffte ich es nicht ohne Schiebeanteile (lag aber auch ein bisschen am Alpencross). Die Organisation und Atmosphäre ist auch sehr schön, lediglich die Verpflegung könnte besser sein (Riegel, Iso-Getänke).

Die originale Ergebnisliste findet ihr hier.

Das Rennen war die zweite Wertung für die NRW-Marathon-Trophy.

Einen Bericht von Andreas Stracke von mtb-sauerland findet ihr hier.

(Bericht geschrieben von Dirk)
Source: MTBS-Archiv