Rennbericht Mega-Sports in Sundern 2007

Vor gerade mal fünf Jahren standen wir zum ersten Mal in Sundern-Hagen mit einer Handvoll Gleichgesinnter am Start, nun waren laut Veranstalter 1200 Teilnehmer gemeldet. Während sich letztes Jahr der Winter ein letztes Mal heftigst aufbäumte (Schneefall und 1°C auf den Höhen), gab diesmal der Sommer einen Vorgeschmack auf die kommenden Monate (warten wir’s ab ;-) ): Die Sonne schien herrlich, und es war angenehm warm.

Marcus und ich waren am Sonntag vor dem Rennen bereits im Kellerwald gestartet, jeder hatte also ein Trainingsrennen in den Beinen. Ansonsten waren aus dem Team Fat Burner Siegen dabei: Georg und Partrick, sowie Dirk und Ralf Pithan (hallo neue Teammitglieder ;-) )

Für mich stellte sich die schwierige Luxus-Frage mit welchem Rad ich antreten sollte: Merida-Carbon-Hardtail oder – altbewährt – Specialized Epic S-Works. Mit dem Merida war ich im Kellerwald ganz gut gefahren (ca. 1.5kg Gewichtsersparnis), allerdings wurde ich auf den (wenigen) Trails ordentlich durchgeschüttelt. Ich entschied mich deshalb, auf die 1.5kg zu pfeifen und mit dem Specialized zu starten. So ein Rennen soll doch auch Spaß machen!

Das Rennen startete diesmal nicht in Sundern-Hagen, sondern direkt am SKS-Gelände in Sundern. Unser Team hatte sich geschickt aufgeteilt, ein Teil parkte in Sundern, der Rest in Hagen, so hatten wir vor und nach dem Start Anlaufstellen. (Naja, eigentlich war’s Zufall, aber egal.) Marcus und ich nutzen sie Strecke von Hagen nach Sundern, um uns etwas warm zu fahren.

Die Startaufstellung war bei dem riesigen Teilnehmerfeld natürlich entsprechend groß.

Hier müssen wir auch gleich Kritik anbringen: Man kann, glaube ich, nicht erwarten, dass sich die Fahrer, die vorne fahren (in der Platzierung) bereits zwei Stunden vor dem Start vorne aufstellen. Marcus und ich stellten uns ca. 40 Min. vor dem Start relativ weit nach vorne, wurden dann aber mehrmals von den Ordnern nach hinten geschickt. Ein etwas beleibter Herr meinte sogar, uns ganz an Ende stellen zu wollen, da wir ja "unfair" seien den Leuten gegenüber, die schon so lange hier stehen. Ich meine: Warum schaffen es der Veranstalter nicht, Startblöcke nach Vorjahresplatzierung einzuteilen (wie z.B. in Grafschaft) oder wenigstens einen Startblock für die Trophy-Fahrer bereit zu stellen? Da es alles das nicht gab, finde ich es ok, wenn sich die Fahrer gemäß ihrer Leistungseinschätzung aufstellen. Lange Rede, kurzer Sinn: während der relativ langsamen (und deswegen z.T. gefährlichen) Einführungrunde konnte man sich dann, wenn auch manchmal mit waghalsigen Manövern, ganz gut nach vorne arbeiten. Schön war dann, dass der fliegende Start auf einem Anstieg freigegeben wurde, so dass sich das Feld gleich etwas auseinander zog und der Körper sich über eine nette Ladung Laktat freuen konnte :-)

Ich versuchte dann auch mich vorne zu halten, zwang mich aber Tempo rauszunehmen, da ich mich nicht gleich so am Anfang kaputt fahren wollte wie im Kellerwald. Mit der Zeit kam ich dann immer besser ins Rennen und fuhr eine Zeit lang mit Ralf zusammen in einer Gruppe, bis dieser leider durch einen Sturz dort heraus fiel. Ungefähr zur Hälfte konnte ich dann mit Nikolaus Syc, ein nun schon alter Bekannter aus der letzten Saison, in einer Fünfer-Gruppe mitfahren. Die Gruppe fuhr ein Tempo, das man gut mithalten konnte und ich dachte mir schon, dass da bald was passieren würde. Und in der Tat, an einem kleinen Anstieg fuhr Nikolaus einen Angriff, und ich war der einzige, der mitgehen konnte. So war unsere schöne, gemütliche Gruppe kaputt und nur wir zwei stürmten weiter. Dabei überholten wir eine ganze Reihe weiterer Fahrer, die sich nun nach und nach an uns dranhingen, so dass sich wieder eine große Gruppe bildete. Kurz vor der zweiten Verpflegungsstation kam dann die nach fünf Rennen mittlerweile gut bekannte Wiesenabfahrt, gefolgt von einem steilen, zähen Anstieg. Vor der Wiesenabfahrt, auf einem geteerten Weg, fuhr ich an der Spitze der Gruppe. Da Wiesen ja eine Spezialität des Epic sind, nahm ich mir vor, dort volle Lotte Gas zu geben. Und das gelang mir auch. Schnell rauschte ich durch die Verpflegungsstation in besagten Anstieg. Und wer war der einzige der mithielt? Nikolaus! So waren wir wieder ohne Gruppe …

Den Rest des Rennens fuhren wir dann mehr oder weniger zusammen. Mit von der Partie war dann später u.a. noch Peter Hannemann (Sen II) vom Team Gerbracht Racing. Im letztem Drittel erschien mir Nikolaus an den Anstiegen sehr stark, und ich hatte schon den Eindruck, dass er mir jeden Moment davon fahren würde. Lediglich wegen der Abfahrten konnte ich sein Tempo halten, denn dort war ich schneller. Aber irgendwann holte er mich nach einer längeren Abfahrt nicht mehr ein, so dass ich nun mit Peter alleine fuhr. Leider konnte ich dann nach einem Fahrfehler zu Beginn der Cross-Country-Runde am Ende des Rennens nicht mehr mit ihm mithalten, so dass er schließlich 11 Sekunden (und 2 Plätze in der Gesamtwertung) vor mir ins Ziel kam.

Fazit: Ein super Rennen, für mich vom Rennfeeling her eines der schönsten, die ich je gefahren bin. Die Strecke war staubtrocken, im wahrsten Sinne des Wortes (manchmal glichen die Abfahren einem Blindflug) und herrlich schnell. Mit meiner Platzierung bin ich sehr zufrieden, vor allem wenn ich bedenke, dass ich wegen eines Blinddarm-Durchbruchs im November fast 2,5 Monate nicht trainieren konnte. Die Wahl, das Rennen mit dem Epic zu fahren, war goldrichtig. So konnte ich auf den Abfahrten richtig Gas geben und das ganze Rennen machte einfach nur Spaß!

Insgesamt starteten in der Klasse Sen I (männl.) 234 Fahrer. Zieht man die Lizenzfahrer ab, bleiben 198 Hobbyfahrer übrig.
Teilnehmer insgesamt auf der 57km Runde (männl.): 518, inkl. Damen 555.

Hier nun die Platzierungen des Teams Fat Burner Siegen, alle (noch …) Senioren I:

Startnr.

AK-Rang

(ohne Lizenz)

AK-Rang Gesamtrang Name Zeit
234 6 18 35

02:02:38
374 10 25 49 02:04:49
655 17 37 83 02:12:49
625 28 51 115

02:17:48
674 33 56 129 02:20:03
215 38 64 150 02:22:15
von insg. 198 234 518    

Hier findet man die originalen Ergebnislisten: Race Timing System

Hier ein Bericht von mtb-sauerland.de: www.mtb-sauerland.de/wo/hagen2007.htm

(Bericht geschrieben von Dirk V.)

Source: MTBS-Archiv

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