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Stromberg schließt Trail wegen Überlastung

Kommentar

Auch ganz ohne Corona hat der Belastungsdruck auf offiziellen MTB-Strecken enorm zugenommen. Hauptursache ist nach meiner Beobachtung der E-MTB-Boom. Auf dem Flowtrail des MTB Siegerland e.V. sind mittlerweile grob geschätzt 90% E-MTBs unterwegs.

Das bedeutet aber nicht, dass ehemalige Normal-Biker auf E-MTB umgestiegen sind – die gibt es natürlich auch – sondern der Großteil sind neue Nutzer, die jetzt auch ohne jahrelanges Training die Berge erklimmen können. Dieser absolute Anstieg der Bikerzahlen im Wald wird auch nach Corona anhalten und weiter für Konflikte zwischen den Waldnutzergruppen sorgen.

Meine persönliche Meinung: Ich finde E-Bikes toll – v.a. wenn sie das Auto auf den täglichen Pendel- und Einkaufswegen ersetzen. Aber motorisierte Crossmaschinen – nichts anderes sind E-MTBs – sollten nur noch auf dedizierten Strecken im Gelände erlaubt sein. Sicher keine allzu populäre Einstellung, aber eine andere Konvergenz des E-MTB-Booms kann ich mir derzeit nicht vorstellen. Vielleicht gibt es ja bessere Ideen hier im Forum?

Auch Aktionen wie „Love Trails“ der BIKE sind nicht ehrlich, da sie das Thema der E-MTB-Schwemme einfach ignorieren und nur an die Vernunft aller Biker appellieren.

Eine Antwort auf „Stromberg schließt Trail wegen Überlastung“

So unterschiedlich können Wahrnehmungen sein.

Ich bin selbst ein Stromradler und könnte ohne elektrische Unterstützung mit angeschlagenen Gelenken unsere Natur nur noch in einem sehr eingeschränkten Radius erleben. Ohne dass ich in die Pedale trete, bewegt sich mein E-MTB kein Stück bergauf, was es von einer motorisierten Crossmaschine unterscheidet.

Ich habe auf meinen vielen Touren abgesehen von anderen MTB-Nutzenden (s. u.) bislang persönlich keine negativen Erfahrungen in der Begegnung mit anderen Waldnutzerinnen und Waldnutzern erlebt. Wenn man sich an die DIMB-Regeln hält, auf Schwächere Rücksicht nimmt, den Wald als seine Sport- und Freizeitarena so behandelt, dass man auch in vielen Jahren dort noch unterwegs sein kann, dann ist ein friedliches Miteinander auch bei steigenden Radelzahlen möglich.

Die Probleme kommen beim Bergabfahren, und da machen MTB und E-MTB geschwindigkeitsmäßig keinen Unterschied. Ich erlebe es leider immer mal wieder unterwegs, wie andere Radler den Wald für ihr Eigentum halten – wobei sie vermutlich mit ihrem eigenen Zuhause pfleglicher umgehen. Da sehe ich MTBler abseits aller Wege den Berg runter brettern. An Fußgängerinnen und Fußgängern wird ohne Vorwarnung vorbei geheizt, dass ihnen die Schottersteine an die Beine fliegen. Reiterinnen und Reiter müssen ihre Pferde mühsam im Zaum halten, weil ein MTB von hinten anrauscht und die Tiere erschreckt.

Letztendlich ist es wie überall im Leben:
1. Respekt und Rücksichtnahme helfen!
2. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus!
3. Wenn man mit dem Finger auf andere zeigt, zeigen in der Regel gleich drei Finger auf einen selbst.

In diesem Sinne auf ein gutes Miteinander in Wald und Flur, es ist Platz für alle da.

Ein Stromradler

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